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Beton: Baustoff mit Zukunft - Das ArchitekTour-Interview

BETONSUISSE-Geschäftsführer Patrick Suppiger über nachhaltige Bauwerke, innovatives Bauen und Schweizer Architektur

im Interview spricht der Geschäftsführer der BETONSUISSE Patrick Suppiger über die Innovation der Schweiz und des Baustoff Beton mit Blick auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Ressourcen und recycelbare Betongebäude. Blick auf Architekturpreis
Patrick Suppiger, Geschäftsführer BETONSUISSE

Wie nachhaltig ist Beton? Vor welchen Herausforderungen steht die Bau- und Architekturbranche? Warum ist die Schweiz so innovativ in Bezug auf Wohnbauten? Patrick Suppiger, Geschäftsführer von BETONSUISSE, einem Schweizer Marketingverband der Baustoffindustrie, spricht darüber im Interview mit Claudia Epple, Inhaberin von Reise-ArchitekTour.

 


Endlichkeit der Ressoucen und Klimawandel - Schlüsselrolle Beton

Wohnen im ländlichen Raum - beispielhaftes Projekt in Beton in Holzoptik in Erinngerung an die früheren Gartenhäuschen, mit Vorgärten und Blick in die Schweizer Berge
Wohnsiedlung Vier Jahreszeiten, Bearth Deplazes Architekten AG; Foto: Ralph Feiner

Was sind die größten Herausforderungen und Chancen der Bau- und Architekturbranche in den nächsten Jahren?

 

Die Endlichkeit der Ressourcen und der Klimawandel sind meines Erachtens die größten Herausforderungen, denen sich die Baubranche stellen muss. Die Forderungen nach nachhaltigeren Bauwerken, die weniger Ressourcen verbrauchen, klimaneutral hergestellt und betrieben werden, dauerhaft und vollständig recycelbar sind, werden zu Recht immer lauter.

 

Gleichzeitig muss ausreichend Wohnraum und eine intakte Infrastruktur bereitgestellt werden. Beton kommt hier eine Schlüsselrolle zu – immerhin ist er der meist verwendete Baustoff. Er kann heute schon recycelt werden, ist enorm belastbar, brandbeständig und damit überaus dauerhaft.

 

 

Auch können bei guter Planung ganze Tragstrukturen aus Beton erhalten bleiben und das hilft, Umnutzungen zu realisieren. Und weil Beton ein wichtiger Baustoff ist, wird mit viel Elan an seiner Optimierung geforscht. Ich bin überzeugt, dass wir uns in Zukunft über viele nachhaltige Bauinnovationen freuen dürfen. 

herausragende Forschung, Energiespeicher und 75 % Recycling des (Beton)Gebäudeabbruchs - Schweizer Innovation

Welche Rolle kann Beton in der aktuellen Energiekrise spielen?

 

Beton ist aufgrund seiner hohen Materialdichte und Wärmeleitfähigkeit ein hervorragender Energiespeicher. Für thermisch aktivierte Bauteile macht man sich diese Eigenschaft zunutze: Sie speichern Energie und geben sie in Form von Wärme oder Kälte wieder ab.

 

Zur thermischen Aktivierung der Gebäude sind wasserführende Rohrsysteme in Betondecken oder -wänden integriert. Je nach Jahreszeit können sie als Heiz- oder Kühlelemente zur Regulierung der Innenraumtemperatur genutzt werden. Auch die passive Aktivierung hilft bei der Kühlung. Durch die Nachtauskühlung kann auf ein technisches System zur Kühlung verzichtet werden.

 

Außerdem hilft Beton, erneuerbare Energien nutzbar zu machen. Etwa durch Staudämme oder die Fundamente bei Windrädern. Neben der Speicherfunktion bietet Beton Vorteile bei der Versorgungssicherheit. Die gesamte Wertschöpfungskette liegt in der Schweiz. Dies bedeutet, dass wir hier keine Abhängigkeiten aus dem Ausland haben.

 

 Warum ist die Schweiz so innovativ in Bezug auf Wohnbauten?


Kein Land investiert mehr von seiner Wirtschaftsleistung in Forschungsausgaben, kein Land produziert mehr Nobelpreisträger pro Kopf der Bevölkerung, in keinem Land arbeiten Universitäten und Industrie bei der Entwicklung besser zusammen. Wir können stolz auf unsere Innovationskraft sein. Ein Beispiel ist beim Recycling von Gebäuden, die abgebrochen werden. Über 75 Prozent des Betonabbruchs wird wiederverwendet und somit werden Primärressourcen gespart.

 

Siegerprojekt in hochalpiner Landschaft, ein Architektur-Natur-Erlebnis

Alle vier Jahre wird in der Schweiz der renommierte Architekturpreis Beton verliehen, zuletzt 2021 an Bearth & Deplazes Architekten für ihren Neubau des Unterhaltsstützpunkts Berninapass. Was zeichnet das Siegerprojekt aus?

 

Das Siegerprojekt von Bearth &Deplazes Architekten erfüllte die Anforderungen der Jury nach einem passenden Umgang mit dem Ort, dem Ausreizen der Materialeigenschaften von Beton, einer hohen handwerklichen Ausführungsqualität und Nachhaltigkeit sowie der Bedingtheit von architektonisch-räumlicher Konzeption und Tragwerk in vorbildlicher Weise.

 

Der Neubau ist eins mit der Landschaft und das mit gerade einmal zwei Elementen: einen mit Beton ummantelten Siloturm und eine mit Rippen und Vordach verstärkte Mauer in Form eines Kreissegments. Die Vermessung der Landschaft geht jedoch noch weiter und erhält eine zauberhafte, völlig unerwartete Dimension. Im Reserveraum oberhalb des Siloturms befindet sich eine Camera obscura.

 

BETONSUISSE hat einen Film zum Siegerprojekt in Auftrag gegeben. Darin stellt der Architekt Valentin Bearth den Unterhaltsstützpunkt aus seiner Sicht vor.

 

Was sind für Sie die Highlights der ArchitekTour-Reise nach Graubünden und Zürich?

  

Ich finde, dass alle ausgewählten Projekte eine Reise wert sind! Aus persönlicher Sicht finde ich es bereichernd, wenn Architektinnen und Architekten aus ihrer Sicht persönlich etwas über ihren Bau berichten. Dort, wo spezielle, individuelle Einsichten gewährt werden, erhoffe ich mir einen Mehrwert. Und natürlich glänzt die Reise auch durch ihre zahlreichen Naturschönheiten.

  

Wir bedanken uns für den Einblick in die Schweiz, ihre Innovationen und Forschungen zu aktuellen Themen und die ausgezeichnete Beton-Architektur im Gespräch mit Patrik Suppiger und empfehlen einen Blick für mehr Infos und interessante Projekte: Home - BETON 2030

 

Erleben Sie die Schweiz mit ihren innovativen Wohnbauten, einzigartiger Architektur und exklusiven Einblicken in preisgekrönte Bauwerke während unserer ArchitekTour vom 1. bis 4. Oktober.
 

  • Neues Denken in der urbanen Stadtplanung
  • Wohnbau im ländlichen Raum und in städtischer Metropole
  • Vorträge und Austausch mit Experten über Lösungsansätze mit dem Baustoff Beton und anderen Werkstoffen in neuen und alten Gebäuden
  • Landschaftsarchitektur für grünen Stadtraum und Platzgestaltung

 

Ja, ich will mehr zur Reise wissen.

 


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Architektur im ländlichen und städtischen Raum erleben Sie mit uns vom 1.- 4. Oktober 2022

 

Mehr Infos zur Reise gibt es hier mit detaillierten Informationen im Programm.

Wir freuen uns auf interessierte Mitreisende ob aus der Beton- und Bau-Branche, Architekt:innen, Innenarchitekten:innen und Landschaftsarchitek:innen oder interessierte Menschen aus anderen Bereichen und Ihre Anmeldung ArchitekTour Graubünden - Zürich.

 

 

Schreiben Sie uns Ihre Fragen an info@reise-architektour.de oder rufen uns an (+49 711 72 88 516 oder +49 173 66 50 155). 

 

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