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Haus am Schedlberg - eine wunderbare Verschmelzung von Tradition und Moderne

Waldlerhäuser im Bayrischen Wald

Das Waldlerhaus ist eine lokale Bauform landwirtschaftlicher Gebäude im Bayerischen und im Oberpfälzer Wald.

Die Bezeichnung „Waldlerhaus“ geht zurück ins 19. Jahrhundert und bezeichnet das Haus eines Menschen, der im und vom Wald lebt. Funktional waren die Häuser an den Gegebenheiten der Natur konzipiert. Die Räumlichkeiten dienten als Wohn- und Schlafstätte für Mensch und Tier gleichermaßen und waren erbaut aus den Materialien, die die Natur zur Verfügung stellte - Granit und Holz. Schnörkellos standen sie in der Natur und stellten zur damaligen Zeit ein Sinnbild für solide Handwerkskunst und die einfache Lebensweise der Bewohner dar.

 

Zeitzeugen einer vergessenen Zeit

Im Laufe der Jahrzehnte sowie mit dem strukturellen Wandel der Region waren die Häuser dem Verfall ausgesetzt. Als Zeitzeugen einer Zeit, in der die Menschen nicht viel hatten und ihr Leben auf das Wesentliche reduziert war, sollten sie in Vergessenheit geraten, unsichtbar gemacht werden. Viele Häuser wurden zum Abriss freigegeben und nur wenige blieben erhalten


Traditionelle Baukunst am Schedlberg

Einzigartig sind die sanierten Waldlerhäuser, von denen es nur noch wenige in der Region gibt und die den Baustil einer längst vergessenen Zeit prägen. Eines davon ist das Haus am Schedlberg des Münchner Architekten Peter Haimerl.

Das Haus, 1839 erbaut, ist auf einer Waldlichtung zwischen einem Bauernhaus und einem Granitsteinbruch platziert. Große uralte Steine von saftig grünem Moos umhüllt, lassen gefühlt die Natur mit der Baukultur verwachsen. Als wenn sich das alte Waldstück über moosbewachsene, jahrhundertealte Natursteine mit dem außergewöhnlichen Bauernhaus verbindet. Seine dicken urigen Holzbalken werden umarmt und gestützt von neuen optisch angepassten Betonbalken. So entsteht eine wunderbare Verschmelzung zwischen traditioneller Baukunst und moderner Architektur. Peter Haimerl mochte das Haus, welches sich schon in Auflösung und Verfall befand, von Anfang an. Er ist selbst in der Region aufgewachsen und hat hier ein architektonisches Zeichen gesetzt

Haus am Schedlberg von Architekt Peter Haimerl
Haus am Schedlberg von Architekt Peter Haimerl

Restaurierung des Waldlerhaus am Schedlberg

Als Peter Haimerl das Haus am Schedlberg 2009 erstmals sah, war er fasziniert.

Vom Haus selbst war nicht mehr viel übrig, der hintere Teil des Hauses war komplett eingefallen und das Innenleben der Witterung preisgegeben. Für Peter Haimerl erzählte es eine Geschichte, die er in seiner Arbeit weitererzählen möchte. So begann die Restaurierung der fast zerfallenen Ruine.

 

Bauen im Bestand mit der Transformation in die Moderne ist hier beispielhaft gelungen und wahrt somit den Erhalt und die Geschichte der alten Häuser.

Architekt Peter Haimerl erzählt uns vom Entstehungsprozess des Haus am Schedlberg
Architekt Peter Haimerl erzählt uns vom Entstehungsprozess des Haus am Schedlberg

Verschmelzung von Tradition und Moderne

Inspiriert von moosbewachsenen Granitblöcken nahe der Haustür schnitt Haimerl 43 x 43cm dicke, unterschiedlich lange Leichtbetonblöcke und fügte sie überall dort im Haus ein, wo Lücken entstanden waren. Dies stützt die alte Holzbauweise und stellte so nach und nach die alte Struktur des Hauses wieder her. Um den Ausblick zu wahren und der Leichtigkeit zu entsprechen, wurde die Konstruktion mit vielen Glasflächen kombiniert. Alles was am Haus erhalten werden konnte, fand eine neue Verwendung.

 

Innerlich wie äußerlich verschmelzen Sichtbeton und Glas mit alten Baumaterialien und bieten so die perfekte Transformation zwischen Tradition und dem Mut der Moderne.

Die Ursprünglichkeit der Waldlerhäuser

Innen ist das Haus karg gehalten und unterstreicht damit die Ursprünglichkeit des Walderhauses. Altes und Modernes greifen ineinander und schaffen neue Blickwinkel zur bestandsnahen Wandlung traditioneller Gebäude in die heutige Zeit.

 

So wechseln sich neue glatte Betonböden mit alten knarzenden Holzböden ab und geben dem Haus eine ganz besondere Atmosphäre. Es verlockt immer wieder mit der Hand über die alten Holzbalken zu streichen, als wenn man die alte Geschichte berühren könnte.


Doch ebenso zum Streicheln verlockend zeigen sich all die schönen Betonelemente im Inneren des Hauses. Ob die eingelassene Badewanne mit ihrem beeindruckenden Raum und einem großen Sichtfenster mit Blick in die Landschaft oder die Küche mit ihrer Kombination aus beiden Werkstoffen Holz und Beton.

 

Architektur, die berührt im Innen und Außen und zu der sich ein Ausflug lohnt, verbunden mit Wandern oder einem unvergesslichen Konzertbesuch im Bayerischen Wald.



Einzigartige ArchitekTour & Konzert live erleben?

Möchte Sie auch diese berührende Transformation eines alten Walderhaus in die Moderne erleben? Die Gedanken dazu von Architekt Peter Haimerl kennen lernen und sich von seinen Visionen und sprühenden Ideen mitreisen lassen? Dann laden wir Sie ein, Teil unserer ArchitekTour Blaibach vom 19.-20.11.2021 zu werden. Hier finden Sie mehr Informationen und kommen zu Anmeldung

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