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Dem ältesten Gondelbauer von Venedig über die Schulter geschaut

Wussten Sie, dass das historische Zentrum von Venedig aus ca. 100 kleinen Inseln besteht und Venedig auf Millionen von Holzpfählen erbaut wurde? Ich nicht, aber dennoch hatte ich bei jedem Besuch den Eindruck, dass die Stadt sich in einer Art Schwebezustand befindet. Wirklich verkehrt ist das nicht, denn in Venedig ist alles auf bzw. am Wasser gebaut.

Venedig - die Stadt der Gondeln

Und dorthin führt uns auch unsere Reise ArchitekTour Venedig. Aufs Wasser - oder genauer, zu den Gondeln die übers Wasser gleiten. Im 16. Jahrhundert galten die Gondeln in Venedig als das meistbenutzte Fortbewegungsmittel der Stadt. Es wurden damit aber nicht nur Lasten transportiert, sondern sie galten auch als Statussymbol für den reichen venezianischen Adel. Verwunderlich ist das alles nicht, gibt es doch auch heute in der La Serenissima („Die Durchlauchtigste“), wie Venedig auch genannt wird, mehr Kanäle als Straßen.

 

Auch heute sieht und liebt man die schlank anmutenden schwarzen Boote, die von ihren Gondolieren durch die Wasserstraßen der Stadt manövriert werden. Jedoch dienen die Gondeln heute weniger als Transportmittel für Güter, sondern als Fortbewegungsmittel für Touristen. 


Das Gondelbauen - ein Handwerk mit Tradition und Geschichte

Doch wer sind die Leute, die diese Gondeln nach traditioneller Art bauen? Einen davon besuchen wir bei unserer Reise ArchitekTour Venedig. Aber nicht irgendeinen, sondern den mit der ältesten Tradition und Gondelbauer-Familien-Geschichte. Die Werkstatt ist, wie zu erwarten, natürlich an einem der zahlreichen kleinen Kanäle gelegen. Schwarze, in der Sonne glänzende Boote, liegen auf dem recht Hof der Bootswerkstatt und sind getrennt von einem kleinen Kanal für die, auf der anderen Seite, vorbeiflanierenden Menschen zu sehen.

 

Wir kommen über die kleine Piazza der daneben liegenden Kirche zum Haupteingang der Werkstatt und klopfen gespannt an der alten Holztür. Ein eher zurückhaltender und bescheiden wirkender Handwerker öffnet uns mit einem Lächeln in seinem sonnengebräunten Gesicht und so bekommen wir exklusiv Zutritt hinter die Kulissen eines venezianischen Bootshauses.

 

 

Im Bootshaus angekommen - eine Zeitreise in die Vergangenheit

 

Schon beim Öffnen der Tür und Betreten des Bootshauses fühlt es sich an wie eine Zeitreise, Jahrhunderte zurück in die Vergangenheit. Es riecht nach Holz und Lack, wir steigen über Holzlatten und überall sind Holzspäne verteilt.

 

Unser Blick fällt auf ein Holzskelett - eine Gondel im ursprünglichen Rohzustand. Gewicht ca. 400 - 500kg, Bauzeit mehrere Monate und es ist eine wahre Kunst, sie zu erschaffen. Das versetzt uns alle in Staunen, ob Architekt*Innen oder andere Mitreisende, denn die Liebe zur Tradition dieses Handwerks spüren wir in allen Ecken der Werkstatt und in den Gesprächen mit den Gondelbauern.

 

Ein bisschen überrascht und begeistert zugleich lauschen alle den Geschichten. „Welches Holz?“ „Muss es immer schwarze Farbe sein?“ Diese und viele weitere Fragen sprudeln aus der Gruppe und wir erfahren so vieles über die Arbeit der Gondelbauer und natürlich auch über das so andere Leben, hier in dieser Stadt am Wasser.

 


Eintauchen in das Leben hinter den Kulissen

 

In Berührung mit den Menschen hinter den Kulissen zu kommen, das Holz, die Farben, das Handwerk zu riechen und zu spüren geben uns einen noch größeren Respekt gegenüber der Arbeit und den unglaublich schönen Booten. Auch wenn meist nur von anderen großen und bedeutenden Bauleuten zu lesen ist – bei den Gondelbauern von Venedig taucht man richtig ein und spürt dieses andere Leben der Venezianer. Wir waren anfangs einfach nur begeistert von denen, auf der anderen Seite des kleinen Kanals in der Sonne glänzenden, schwarzen Gondeln. Jetzt nach dem Besuch der Werkstatt spüren wir auch noch die Leidenschaft und sind gerührt von der bescheidenen Art, der Kunst und mit welcher Liebe zum Detail der Gondelbauer die Markenzeichen Venedigs immer wieder aufs Neue mit seinen Kollegen erschafft.

 

„Einmalig, ein wahres Highlight, das wir das erleben durften“, sagt mir nach dem Besuch einer unserer Kunden.

 

Venedig eine Stadt mit vielen Highlights

 

Highlights gibt es in dieser Stadt noch einige mehr – wie zum Beispiel die von bekannten Architekten wie Tadao Ando, Rem Koolhaas, Andrea Palladio oder Santiago Calatrava. Und nicht zu vergessen einer der großen Namen: Carlo Scarpa. Sie ziehen uns in ihren Bann - an Land und auf den Kanälen.

 

Ein bisschen Dolce Vita am Abend

Nach dem Besuch beim Gondelbauer gehen wir gleich um die Ecke in eine der kleinen typischen venezianischen Bars auf einen Sundowner, setzen uns auf die Steinmauern, wie es all die Venezianer hier tun, und genießen die Abendsonne. Während der Aperol, von der Sonne angeleuchtet in orange glänzt, ähnlich wie die Gondoliereboote auf der anderen Seite des kleinen Kanals, lassen wir die Eindrücke in unseren Gesprächen noch einmal nachklingen.

 

Sie möchten auch gerne einmal in die venezianische Lebensart eintauchen, mehr zur Leidenschaft und Leben des Gondelbaus erfahren und dabei mit kurzweiligen Erzählungen, die anderen Blickwinkel Venedigs, abseits der üblichen Touristenpfade kennenlernen? Dann folgen Sie uns auf eine ArchitekTour mit unseren charmanten Guides/Architekten nach Venedig.

 

Ein nächster Reisetermin im Herbst, 14.- 17.10.2021 ist schon organisiert. Hier bekommen Sie mehr Informationen.

 

Wenn Sie lieber ganz individuell alleine oder mit Familie und Freunden zu Ihrem Wunschtermin einen etwas anderen Venedigspaziergang erleben möchten, dann schreiben sie uns. Wir zeigen Ihnen Orte und Winkel in dieser Stadt, die sonst kaum ein Tourist zu sehen bekommt.

ReiseArchitekTour · Reisebüro · Claudia Epple

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